Idee einer Schule ohne Schulgebäude

 

Es gibt zahlreiche alternative Schulen, die alle sehr gute Ergebnisse vorweisen können, jede ist für sich anders. Aber es sind immer noch zu wenige. Noch müssen zu viele junge Menschen durch die „Formpresse“.

Konzeptionelle Gedanken zur European Project School (EPS)

 Eine attraktive Schule bietet Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenenwerden eine gesellschaftliche Relevanz, in der sie eine Auseinandersetzung mit realen Problemen finden und nach ihrem Standpunkt in der Welt suchen können. Die EPS soll es sich zur Aufgabe machen, mit Projekten an Lösungen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu arbeiten. In der Stadtentwicklung beispielsweise könnte eine Schule vorhandene Gebäude revitalisieren und durch Angebote Verbindung zur Nachbarschaft knüpfen und einen Stadtteil beleben.

Modellgesellschaft 

Angestrebt wird, dass die EPS eine modellhafte Ab­bildung der realen Gesellschaft entwickelt. Die Schule sollte sich in Haushalte, Betriebe, Büros, Werk­städten, Labors, Theater usw. organisieren in denen die SchülerInnen Gelegenheit bekommen, sich in ei­nem noch etwas geschützten Rahmen selber zu posi­tionieren und auszuprobieren. Damit sie früh Fähig­keiten und Interessen eigenständig entdecken und entwickeln können und nicht erst nach dem Schulab­schluss mit dem „Was dann“ konfrontiert und meis­tens überfordert werden. Vielleicht können auch hier schon gesellschaftliche Realitäten erfahren werden, dass es beispielsweise einfacher ist Mittel für die Er­richtung einer Bushaltestelle zu erhalten als die fi­nanzielle Unterstützung eines Band-Projekts. Wünschenswert ist eine starke Verknüpfung mit dem realen Leben. Wenn also die Schule eine Bäckerei betreibt, die sowohl die Schule versorgt, als auch at­traktive Backwaren für den Stadtteil anbietet. Dort können SchülerInnen dann Buchhaltung, Mikrobiolo­gie (Grundlagen der Hefegärung / Wie wirken be­triebshygienische Maßnahmen …) oder Französisch (weil der Bäcker Franzose ist) lernen.

Lernen in Projekten

SchülerInnen sollen unterschiedlichste Projekte selber initiieren oder sich an bestehenden beteiligen kön­nen. Ausgangspunkt für die Projektkonzeption soll ein erkennbarer Nutzen für das schulische Leben, für dass örtliche Umfeld oder allgemein für alle Men­schen sein. Außerdem sollte darauf geachtet werden, welche Erfahrungen und Qualifikationen bei der Pro­jektarbeit möglich werden. In regelmäßigen Märkten oder Messen werden die Ergebnisse öffentlich prä­sentiert und Mitwirkende für neue oder bestehende Projekte geworben.

Projektbegleitende Prüfungen

Prüfungen sollten möglichst projektbegleitend erfol­gen. In einem Projekt können mehrere „Fächer“ be­arbeitet werden. Diese werden durch Pädagogen an­hand der Zusammenarbeit während der Betreuung und einer abschließenden öffentlichen Präsentation mit Diskussion bewertet. Die Prüfungsinhalte sollten möglichst vielfältig und aktuell sein. SchülerInnen sollten weitestgehend die Möglichkeit haben zu ent­scheiden, mit was sie sich beschäftigen und worin sie geprüft werden wollen. Die angestrebten Abschlüsse setzen dabei einen grundlegenden Rahmen. Es soll­ten auch Klausuren stattfinden, um diese verbrei­tete Prüfungssituation kennen lernen zu können. Es wird sicher aufeinander aufbauende Prüfungen geben. Auch ist es denkbar, für die Teilnahme an Projekten entsprechende Qualifikationsnachweise voraus zusetzen.

Individuelle Abschlüsse

Es sollen die üblichen Schulabschlüsse bis zur Hoch­schulreife erzielt werden können. Dabei wird ange­strebt, diese möglichst den Fähigkeiten und Interes­sen der SchülerInnen individuell angepasst zu gestal­ten. Dabei können auch internationale Abschlüsse wie das International Baccalaureate Diploma (Inter­nationales Abitur) eine Möglichkeit bieten. Mehrsprachige Vernetzung Für ein erfolgreiches Erlernen von Fremdsprache ist das eigene Erleben von Menschen mit ihrer (Fremd-)Sprache und Kultur nötig. Daher sollten fremdspra­chige Menschen im Schulalltag präsent sein. Gut wäre, wenn unterschiedliche Projekte in unterschied­lichen Sprachen stattfinden. Dies könnte erreicht werden, wenn die Schule von Grund auf internatio­nal konzipiert ist, also Standorte in verschie­denen Länder hat, zwischen denen ein reger Aus­tausch stattfindet. Der frühe Kontakt mit fremden Sprachkulturen im Schulalltag ist sicher auch eine gute Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt. Zu ausländischen SchülerInnen, die in Haushalten der Schule zu Gast sind, können so im Heimatland Kon­takte entstehen, wodurch dann auch ein zweiwöchi­ger Besuch in einem Gastland auch schon für 13­Jährige förderlich ist.

Keine Schulgebühren

Es soll versucht werden, die staatliche Anerkennung als Ersatzschule zu erhalten, wodurch 2/3 der Fi­nanzmittel einer Öffentlichen Schule in Deutschland zur Verfügung stehen könnten. Die Finanzierung in anderen Länder muss noch untersucht werden. Au­ßerdem könnten wegen einer europäischen Ausrich­tung EU-Mittel interessant sein. Darüber hinaus sollte die EPS wirtschaftliche Betriebe unterhalten, die über Einnahmen verfügen sollten. Auch können soziale Projekte Einnah­men erzielen. So könnte erreicht werden, dass ein großer Anteil der SchülerInnen (min. 20%) kein Schulgeld zahlen müs­sen.

3 mal 500 SchülerInnen von 12 bis 20 Jahre

Damit ein ausreichendes Potential an SchülerInnen für interessante Projekte und Kontakte vorhanden ist, sollte es, nach anfänglich kleiner Gründungs- und Aufbau­phase, in mindestens drei Ländern Stan­dorte mit etwa 500 SchülerInnen geben, die ab der 7. Klasse eigenständig in Projekten arbeiten.

Von „http://de.mini.wikia.com/wiki/Konzeptionelle_Gedanken_(EPS)

Damit würden pro Jahrgang in Deutschland noch immer 333 Jugendliche einen Alters bleiben, was elf Klassen à 30 Schülern ausmachen würde. Meiner Ansicht nach ist das zu groß gedacht, es sei denn (ich bin ja offen für Experimente … 🙂 ) es sei denn, die Schule wäre im weitesten Sinne keine Schule, sondern hätte in 11 oder 12 Städten einen Standort (Kopplung an anderen Schulen oder Institutionen evtl.), die Landesintern zu Schulungen zusammen kommen und dann in Großprojekten arbeiten. Dann fehlte am Beginn eine stärkere Begleitungsmöglichkeit, denn Großprojekte setzen im Grunde voraus, dass sie sich in kleineren Projekten bereits Fertigkeiten der Planung und Organisation erarbeitet haben.

Die Zahl 1000 schreckt mich ein wenig, denn ich würde zunächst kleiner beginnen (zweizügig pro Land), so dass das wachsen kann. 🙂

Das ROTA-Projekt http://www.gy-waldstrasse.de/cms/index.php?page=ROTA_die_Idee, was an einigen Schulen bereits stattfindet, sollte man genauer untersuchen, so dass man Erfahrungen, Ideen und Abgrenzungen dazu ziehen kann. 🙂

lg Scarlett


Wie kommst Du denn auf 333? Wenn ich 1000 durch 5 (Klasse 7-10) teile komme ich auf 250. 1000 durch 7 (7. -13. Klasse) sind 143. Das wäre dann 5-6 zügig. Auf meiner Schule damals waren wir etwa 1000 SchülerInnen (5.-13. Klasse). Also eine Jahrgangsstärke von etwa 110 http://www.elg-alzey.de/seiten/inhalt/a_unsere_schule/a_1003_grafik_entwicklung.htm. Das fand ich nicht zu groß.
auf der Seite Leitbild (EPS) habe ich folgendes zur Schulgröße geschrieben:

Aufbauphase Die Aufbauphase beginnt mit der Eröffnung der Schule. Vermutlich wird mit der kleinsten Jahrgangsstufe begonnen. Vielleicht sind es 20-50 Kinder von 11-13 Jahren, die mit 2-4 PädagogInnen in 6-10 Projekten anfangen. In den folgenden 7 Jahren soll die Jahrgangsstärke deutlich anwachsen. Wie sich dies im Einzelnen entwickelt ist sicher von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Eine Jahrgangsstärke von 80 SchülerInnen und einer Gesamtschülerzahl von 500 ist dabei eine anzustrebende Mindestgröße, damit ausreichend unterschiedliche Projekte stattfinden, so dass jeder Schüler und jede Schülerin angemessene Anregungen und Kontakte findet.

Raymond


Okay, wenn ich dich richtig verstehe, willst du mit mehr als einem Jahrgang beginnen?

Die Erfahrung zeigt, dass man zunächst mit einem Jahrgang beginnt, damit die Schule mit den Anforderungen zusammen wachsen kann. Das würde ich für diese Schule unbedingt empfehlen, da es für diese Form kein Vorbild gibt, wo man sich bereits ein paar Erfahrungen abkupfern kann. Das bedeutet, wenn du die EPS mit einem Jahrgang oder zwei Jahrgängen startest, dann kommst du auf 50 Schüler bei einer Klassenstärke von 25 Schülern? Du willst aber direkt mehrzügig starten? Bis zu 1000 Schülern bei 7 Jahrgängen? Ich halte das für zu viele Schüler, würde unbedingt reduzieren, bei 700 Schülern hättest du schon 100 Schüler pro Jahrgang, was bedeutet, sie wäre da schon vierzügig. Und wenn du mehr als 25 Schüler in eine Lerngruppe stopfst, machst du meiner Meinung nach einen der größten Fehler der Regelschulen; auch bei noch so viel Projektarbeiten, wird es Klassenarbeitsphasen geben (sonst macht eine Klassenstruktur keinen Sinn), dann sind 25 Schüler fast zu viel. Ich denke, 20 Schüler genügen völlig und zweizügig müsste ausreichen (ja, damit gibt es weniger Schüler), allerdings könnte eine Idee sein, dass durch weitere Städte im gleichen Stil geschaffene Schulen ausgleichen, so dass die Schüler nicht nur international wandern können sondern auch national. Evtl. auch mit der Option, das später selbst zu organisieren und das entsprechend honoriert zu bekommen (Selbständigkeitszertifikat).

Ich weiß, es klingt von dir so, als sei dir die 3 x 1000 sehr wichtig, so als kann dir die Veränderung nicht schnell genug gehen. Geht mir genauso, aber der Königsweg sind kleine Schulen, in denen sich die Schüler mit den Schulen identifizieren, weil sie es als zweite Heimat betrachten. Große Schulen bringen alle AdHsler um den Verstand, alle schüchternen Schüler um die Chance, gesehen zu werden. Ich habe noch nie gelesen, dass eine große Schule für irgendwen ein Vorteil war außer für die Politiker, die damit Geld sparen wollten. Großsein war und ist auch das Problem der Gesamtschulen.

Gr Scarlett

Äh, du fandest 1000 bei 9 Jahrgängen nicht groß (ich schon), wir sprechen aber von 7 Jahrgängen, sprich 8 Klassen, die auf 7 Jahrgänge nochmals verteilt werden. Ich finde das zu groß. deine angestrebte Mindestzahl finde ich für eine Schule schon als Höchstzahl gut.

2 x eine Lerngruppe à 25 Schüler = 50 Schüler je Jahrgang x 7 = 350 Schüler einer Schule oder je Standort! Bei 10 Standorten hättest du deine 3500 Schüler in In- und Ausland (je Land 2 Standorte; 5 beteiligte Länder wie bei ROTA)

lg Scarlett


Vielleicht reichen auch 500

Hier habe ich mal überschlagen, wie viele SchülerInnen es braucht um ein Schulleben zu gestalten, wie ich es mir etwa vorstelle. Ich bin von der Überlegung ausgegangen, was es für Einrichtungen im „ausgewachsenen“ Schulbetrieb geben sollte und wie viele Schülergruppen welcher Gruppengröße wie viel Zeit dort verbringen müssten. Dann gibt es noch Allgemeine Aufgaben, die von allen SchülerInnen erledigt werden sollen. So komme ich auf eine Schulgröße von etwa 500 SchülerInnen.

Dies erstmal vorab. Ich arbeite noch an der Formatierung der Tabellen. Aber erst muss ich meinen Rechner wieder ans laufen bringen.

LG Raymond

+++++++++++++++++++++

Ja mit dieser Rechnung hast du recht, aber bei diesem Konzept willst du das gesamte kulturelle Leben einer Stadt in Miniatur nachbilden!? Ich glaube, dass lässt sich in der Form nicht verwirklichen, weil es keine Konzentration und keine Richtschnur mehr gibt. Beliebigkeit könnte dann nur ein noch harmloses Charakteristikum werden. Normalerweise würde ich das so nicht sagen, weil im Findungsprozess Ideen fließen müssen, später kann man dann noch immer die Spreu vom Weizen trennen, doch ich risikiere eine Ausnahme von der Regel, weil du ein Ideenfinder bist und dich dann (vermut ich) weniger von einer Wand zurückschrecken lässt.

Also selbst wenn du diese sehr lebendige Schule im Sinne eines eigenständigen Stadtteils (darauf läuft deine Idee hinaus) vor Augen hast, wirst du zunächst sehr viel kleinere Brötchen backen müssen.

Lass uns mal gedanklich kleiner starten: Angenommen du hast eine erste Klasse 7 von 16 Schülern (weil du nicht mehr Anmeldungen hattest), was genau soll mit denen passieren? 1. WO kommen sie zunächst an? Das muss ein bestimmter Ort sein, von wo aus sie starten können. 2. Welche Art des Lernens wird ihnen eröffnet? 3. Wie viele Pädagogen oder anderes Lehrpersonal soll sich mit 16 Schülern beschäftigen?

Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass man günstig ein Stück Land erwirbt, auf denen erstmal nichts ist außer Bauwagen, in denen die Schüler unterkommen können, wenn es schneit und stürmt. Sie kommen auf dem Grundstück an und sollen sich eine Schule entwerfen, vorgegeben wird ihnen vielleicht, dass es einzelne Elemente für je eine Schulgruppe (Klasseneinheit) gibt. (ich denke an deine Hütten) Das bedeutet, die ersten Unterrichtsphasen wären die Aufbereitung des Landes, die Planung der Gebäude, die Anlage von Nutzgelände (Gärten, Felder?) und die Umsetzung der Pläne in die Tat. Da es 16 Schüler sind, wird das im ersten Jahr nicht so viel werden, was sie bewegen können, aber sie können IHR Schulgebäude errichten (Ihre Hütte) und können sich somit ihren Lernraum erobern, sie können vielleicht sogar ihren Garten abstecken. Dann wäre das erste Schuljahr schon fast um, wenn sie die Hütte fertig haben (mit selbstgezimmerten Tischen und Stühlen nach ihren Vorstellungen). Gibt es zwanzig Anmeldungen, hättest du eben vier Schüler mehr, wenn du 30 Anmeldungen hast, dann wären es nach meiner Ansicht zwei Lerngruppen. Als Architekt könntest du im ersten Jahr sozusagen tatsächlich mit Hilfe von einem Bauarbeiter o. ä. und einem Pädagogen die Arbeit mit den Schülern allein machen.

Im Folgejahr käme eine neue Lerngruppe hinzu, aus den Fehlern der Vergangenheit (des ersten Durchgangs)kann man lernen und diese Neue Lerngruppe baut sich ebenfalls ihr Haus (jeder hat damit schon einmal ein sehr individuelles Lerngebäude à la Hundertwasser oder CO). Was machen dann die anderen, die im Vorjahr schon ihr Haus gebaut haben? Meiner Ansicht nach muss dann sowas wie ne Mischung stattfinden im Rahmen von Landwirtschaft vielleicht (weil ich mir vorstellen kann, dass das Land noch nicht aufgeforstet ist und weil ich glaube, dass körperliche Arbeit gut für die Jugendlichen ist). Dafür braucht es einen Bauern (der findet sich bestimmt schnell) und einen weiteren Pädagogen (gut, wenn der Pädagoge aus dem letzten Jahr als Betreuer bleiben kann). Die Gruppe hat im Vorjahr gelernt, dass man durch ein gemeinsames Ziel zusammenarbeiten kann, nun kann sie lernen, wie man die verschiedenen Aufgabenfelder verteilt und wie man die Ergebnisse allen wieder präsent machen kann. Dazu kann es eine erste Abschlussarbeit für die Schüler geben, einen Kassenbericht, einen Jahresbericht.

Im 3. Jahr hast du wieder den Nutzen des Lernens aus den Vorjahren, hast eine Gruppe, die sich mit ihrem Haus, eine, die sich mit ihrem Land und eine weitere Gruppe. Die sollte nun die Gelegenheit haben, endlich in ausgesuchte Projekte gehen zu dürfen. Nehmen wir an, es ist das soziale Jahr, dann könnte man in Zusammenarbeit mit den örtlichen sozialen Einrichtungen sprechen, ob sie in der Lage sind, einen Schüler oder zwei Schüler aus dem Projekt für einen Zeitraum von einem halben JAhr bei sich in der Lehre zu haben. So dass die Schüler im ersten Halbjahr eine Einrichtung, im zweiten Halbjahr eine andere Einrichtung besuchen (Kindergarten, Altenheim) und dann sich im Rahmen ihres Langzeitpraktikums ein Projekt überlegen müssen, was mit ihrer Arbeit zu tun hat. Das kann man dadurch anleiten, dass sich die Gruppe begleitend zu dem Praktikum ein Mal pro Woche im Lernhaus trifft (also vier Tage Praktikum, ein Tag Lernhaus) und das dort auch eine psychologische Betreuung möglich ist – falls es zu psychischen Belastungen kommen sollte (erwägen sollte man das schon vorher, wenngleich die Schüler und Schülerinnen zu dem Zeitpunkt ca. 15 bis 16 Jahre alt sind.). Abschluss wäre dann die Vorstellung und Bewertung der zwei Projekte, die sich der Schüler überlegt hat.

Im 4. Jahr hast du nochmals den Profit aus den gewonnenen Kenntnissen, kannst dann für die Zehner aber ein Musisches Jahr ansetzen: Theater, Musik, Kunst, Tanz – wofür es an und für sich auch einen Aufführungsort bedarf. Evtl. kann man das noch drei oder vier Jahre anders lösen, dann könnte die erste Sieben ohne Hütten an einem Haupthaus mit Aula und Verwaltung arbeiten. Dieses Jahr wird dann ebenfalls vielleicht in zwei Bereiche gestaffelt, falls die Schüler das möchten (andererseits, wie hochwertig kann man ein Stück erarbeiten, wenn man ein Jahr Zeit hat?). Hier kann man mit anderen Profis aus dem Bereich zusammenarbeiten – auch auf Trägerschaften zurückgreifen. Meiner Ansicht nach braucht es hier einen größeren Personalschlüssel und ebenfalls eine aufwendigere Organisation, denn ein Betreuungs- und Beratungstag könnte hier durch die Unbeständigkeit der Kultur schwieriger sein.

Um es abzukürzen: Du hast nach sechs Schuljahren ca. 140 Schüler, wenn es einzügig bleibt; das lässt sich eine Einheit nochmals aufstocken, dann auf 280 bis 300 Schüler, dann kippt das System, wenn du mehr Schüler willst. Zwei Dinge gebe ich allerdings zu bedenken: a) mit dem genannten Beispiel hättest du nach sechs Jahre (also im 7. Jahr) eine neue Phase, denn die Hütten sind schließlich gebaut. Das erfordert ein Umdenken auch bei den Pädagogen. b) wenn du in sehr großen Maßstäben denkst, wird es sehr schwer auch noch dein Auslandgedanke einzubringen. Wo der hin ist?

Eine Möglichkeit wäre Folgende: Im Rotationsprinzip lädt man Gäste aus den befreundeten Schulen zu sich ein, dass immer zu einer festen Jahreszeit (denn dann wissen alle Bescheid), immer einen Monat oder sechs Wochen vor den Sommerferien. Da enden die Projektphasen und beginnen die Präsentationen, so können die Gäste am Schulleben teilnehmen. Gemeinsam mit den Gästen wird in der Zeit ein Schulfest organisiert, mit Planung und Werbung. Die Gäste können zusammen mit den Schülern gemeinsam Projekte erarbeiten, auf der Basis des gelernten WIssens. Daraus ergibt sich, dass es noch einige Jahre über das Bauen der Hütten hinaus Bauprojekte gäbe: Gästehaus, Verwaltung, Aula und Festraum, Mensa, etc. In Abhängigkeit zur besuchten Schule (rotation für alle) kann man auch die Sprache einarbeiten, dazu müsste man sich aber genauer damit auseinandersetzen, wie die Rhythmik der Besuche vorgegeben ist. In den Sommerferien bedarf es des Einsatzes der Schüler zur Pflege von Garten und evtl. Tieren, das muss organisiert sein.

Ja, vielleicht wird es mit den Jahren, was du dir vorstellst, aber dadurch erhöht sich der Verwaltungsapparat enorm.

So, dass war ne ganze Menge, dazu lässt sich noch ne feiner Justierung vornehmen, aber das weißt du sicherlich. Ich weiß auch nicht, ob du dir sowas vorgestellt hast oder wie du dir das Lernen insgesamt an der Schule vorstellst, aber ich glaube nach wie vor, dass dein Wunsch nach Schule als Stadtteil ein Gedanke ist, der noch lange warten muss, weil die Schule natürlich wachsen sollte. Ab einen gewissen MOment könntest du das auch allein nicht mehr verwatlen als Schulleiter. Du malst dir nicht aus, wie wenig Zeit diese Berufsgruppe hat und was es alles zu organisieren gibt, wenn du damit anfängst. 🙂

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2 Antworten

  1. Hallo Scarlett, hallo Raymond,

    völlig unbedarft schlage ich hier gerade auf. Was ich hier lese, gefällt mir ausgenommen gut.
    Auf die Frage, wie eine erste Klasse aussehen könnte, würde ich sagen: 7 bis 16 Kinder ist ne gute Größe. Ich würde mir überlegen, ob sie nicht im Alter gemischt sein sollte.
    Wo soll sie anfangen? Na, auf der Straße, wo sonst. Da wo man steht, wenn man nichts hat. Was sie dann machen, sollen sie sich überlegen. Ob sie sich nun eine Hütte bauen, ein altes Haus renovieren oder in eine Höhle ziehen, könnten sie selbst entscheiden.
    Einzige Vorgaben wären vorgegebene Lernziele, die man in einer vorgegebenen Zeit erreichen sollte. Dazu braucht man wahrscheinlich eine überdachte Unterkunft. Wie die aber aussieht, auch in Hinblick auf eine kommende Expansion, sollte die Gruppe entscheiden.
    Ich bin absolut kein Pädagoge, stehe auch gar nicht auf eine Lehre des Lernens (oder ist es die Leere des Lehrens?), vielleicht sollte die Gruppe sogar ihre Lernziele selbst bestimmen lernen.

    So viel zu eurer Diskussion.

    Ich bin auf meine alten Tage in eine Partei eingetreten. Ja, wau! Hätte ich auch nicht gedacht. Eigentlich nur aus einem Grunde: der Flüssigdemokratie wegen.
    ‚Die Piraten‘ probieren eine neue Form von Demokratie aus und ich finde den Ansatz so genial, dass ich das weiter verfolgen will. Hier zwei Links dazu. Ich stelle sie ein, weil ich das Modell auch für größere Gruppen als sinnvoll erachte. Wer kennt nicht die langweiligen Vollversammlungen, in der Alle über Alles abstimmen müssen oder eben die hilflose Kapitulation vor dem einem Kreuz in vier Jahren.

    http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy
    http://klabautercast.de/2010/07/12/folge-24-abstimmungstools

    Liebe Grüße aus der Tristesse, Peter

    • HI Peter,

      schön dich hier zu lesen. Schön, dass jemand gelesen hat, was ich hier eingestellt habe. 🙂
      Ja, Raymond hatte die Idee einer neuen Schule; leider blieb es dabei, aber ich wollte nicht, dass die Ideen verloren gehen. Es gibt so viele Ideen, so wenig Mut, davon was in die Tat umzusetzen.
      Was die Piraten angehen: Ich hab schon davon gehört und auch schon überlegt, … überlegt — überlegt … Und ich bin noch dabei. Aber langfristig brauch ich wohl auch die Politik, wenn sich was bewegen soll.

      Weißt du, ich rede mit Eltern über das Schulsystem und danach sind die Grundlagen, wie man das Denken der Eltern verändern muss, noch ganz anders als das Denken der anderen Lehrer. Hmmm… Danke fürs Lesen und … diskutieren. Ich hoffe, es gibt eine Fortsetzung. 🙂 Bist ja auch so ein Papa. der das Leid der Eltern kennt und doch die Tragweite des Systems nicht ganz durchschauen kann, weil Daten von Innen fehlen.
      Lg
      Scarlett

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